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Leitartikel von Siegfried Korzonnek

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes, denn dazu bin ich gesandt. – Lukas 4,43

In Seinem eigenen Dorf konnte Jesus nicht eine einzige Machttat tun, außer dass Er ein paar Kranken die Hände auflegte und sie heilte (Markus 6,5). Als der größte Prophet aller Zeiten wusste Er, dass Propheten nirgends weniger gelten als in der eigenen Vaterstadt, bei den Verwandten und im eigenen Haus. „Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Leben nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.“ (Markus 6,3)

Jesus lässt sich nicht davon abhalten, in den größten Dienst aller Zeiten hineinzugehen. Er hält sich nicht allzu lange bei Menschen auf, die in Ihm nur den „Dorfjungen“ sahen und nicht erkannten, dass in ihrem Ort der größte Mann lebte, der je diese Welt betreten hatte! Manche von uns erleben, dass sie in der eigenen Kirchengemeinde nicht sehr weit kommen. Es wird ihnen nicht ermöglicht, der zu werden, der sie sein könnten. Erst an anderen Orten werden viele zu der Person, die Gott herrlich führen und gebrauchen kann!

Für manch guten Mann und manch guter Frau ist es höchste Zeit, die besten Jahre nicht mehr an Orten zu verbringen, an denen sie fruchtlos bleiben. Wachsende Unzufriedenheit und Langeweile könnten Gottes Ruf sein, Veränderungen vorzunehmen, endlich nach draußen zu gehen und die Verlorenen aufzusuchen!

„Warum sollte jemand das Evangelium zweimal hören, solange es Menschen gibt, die es noch nicht ein einziges Mal gehört haben?“, rief vor 80 Jahren der bekannte Dr. Oswald Smith in seinem Buch „Glühende Retterliebe“ den Gläubigen zu.

Fülle deinen Bauch nicht ständig mit derselben Nahrung, die zur geistlichen Überernährung führt, während es viele in dieser Welt gibt, die noch nicht eine einzige Krume davon abbekommen haben.

Überhören wir permanent Gottes Rufen, muss Er manchmal unschön erscheinende Dinge inszenieren, um uns aus dem Elfenbeinturm hinunterzuwerfen zu denen, die Er retten möchte.

Einzelne Gläubige und ganze Gemeinden leben nur dann gesund, wenn sie das Evangelium „aller“ Kreatur mitteilen. Während sie Jesus gehorsam sind, werden sie erleben, dass Jesus mit ihnen ist bis an das Ende der geografischen Welt und bis an das Ende der Weltzeit.

Aus denen, die nur in Jerusalem blieben, wurde später eine recht eigenartige Gruppe, die sich mehr und mehr zu einer Sekte entwickelte. Verfolgung war dann der Weg Gottes, sie endlich in die Welt hinauszuwerfen.

Während Jesus in Seinem eigenen Dorf nicht viel ausrichten konnte, unternahm Er den nächsten, mutigen Schritt: Er verließ Sein Dorf und durchwanderte ganz Galiläa. Daraufhin erlebte Er, wie Sein Dienst zur Entfaltung kam und Breitenwirkung erzielte. All das, nachdem Er einen mutigen Schritt tat. Dass dies genau das Richtige war, sollten die großen Erfolge zeigen: Das einfache Volk – abgesehen von den bald von Neid erfüllten Pharisäern und Schriftgelehrten – lief Ihm nach und erlebte den Segen, für den Er gekommen war.

Wenn wir mutig in unser eigenes Land schreiten, dann sind wir womöglich immer noch nicht dort angelangt, wo Gott uns haben will: Was tun wir für die weitere Welt? In einer nahegelegenen Gemeinde hing für viele Jahre eine große Weltkarte im Saal – mit vielen Punkten versehen, die den Standort der von ihr ausgesandten Missionare kennzeichneten. Mit jedem ausgesandten Missionar wuchs die Gemeinde und war bald bekannt im ganzen Land!

Welch neuen Wind würde es in manche Gemeinden bringen, wenn sie wieder Missionare in die ganze Welt hinausschicken würden! Das Licht, das in die Welt geschickt wird, wird unsere Kerzen im eigenen Ort nicht ausgehen lassen, sondern am Brennen halten! Das Brot, das wir über das Meer senden würden, würde nach langer Zeit wieder zurückkommen. Der Segen, den wir der Welt schenken, wird uns treffen!

Für manche von uns könnte das Heilung bringen: Tun wir gewisse Schritte mit unseren Füßen, damit wir nicht straucheln, sondern wieder gesund werden! (vgl. Hebräer 12,13)

Siegfried Korzonnek
Missionsleiter

[Leitartikel des Mitteilungsblattes „Echo“ des Missionswerkes Bruderhand, Ausgabe April/Mai 2026]