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Berichte von Hans und Rosi Schütze

Ende 2017 ist sie abgeschlossen worden: Eine landesweite Umfrage unter Missionsgesellschaften und Gemeinden, die Brasilianer in den kulturübergreifenden Missionsdienst ausgesandt haben, und zwar innerhalb und außerhalb Brasiliens. Nach 1989, 1996 und 2006 ist es die vierte Umfrage dieser Art.

Dabei ist erfreulich, dass die Zahl der Missionare jährlich um 8,2% auf jetzt 15.000 gestiegen ist. Positiv ist auch, dass die meisten dieser Missionare hauptsächlich in der Evangelisation und im Gemeindebau tätig sind.

Bedenklich ist jedoch, dass die Missionare immer häufiger direkt von der Ortsgemeinde ausgesandt werden, ohne Training in Linguistik, Völkerkunde und Verkündigung im kulturellen Kontext. So trifft ein Missionar etwa im Einsatzland ein und fängt an, in Portugiesisch zu predigen. Festzustellen ist auch, dass diese individuelle Vorgehensweise sich über die gemeinsamen Vorstöße hinwegsetzt, wie sie beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft evangelikaler Missionsgesellschaften (in Brasilien die AMTB) anbietet.

Wir wollen uns hier weiterhin dafür einsetzen, durch gute Vorbereitung und Begleitung die brasi­lianischen Missionare optimal einzusetzen. „Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, nimm andere mit dir.” (Afrik. Sprichwort)

Rosi und Hans Schütze, Brasilien [Echo 02/2018, April - Mai]

Anfang des vergangenen Jahres haben wir bereits von Annas sehnlichem Wunsch nach einer Gemeinde berichtet. Sie ist die einzige Christin unter 2.300 Mitgliedern des T.-Stammes, die an der Grenze zwischen Brasilien und Kolumbien wohnen. In einem Radius von Hunderten von Kilometern, in dem weitere 15 Indianerstämme wohnen, gibt es nur sehr wenige Nachfolger Jesu.

Aus den drei langen Reisen, die ein 10-köpfiges Indianer-Evangelisten-Team damals schon unternommen hatte, sind inzwischen zehn Reisen geworden. Und Gott hat die Zeugnisse und evangelistischen Predigten benutzt, um zu vielen Herzen zu sprechen. Anna war natürlich immer dabei und hat im Stillen mitgebetet.

Vor einigen Monaten war es dann so weit: Bei einem Aufruf hat sich eine Familie sofort gemeldet. Sie wollten ihr Leben der Führung Jesu unterstellen. Vater, Mutter und Kinder haben diesen Schritt gemeinsam getan. Am gleichen Abend hat sich eine zweite Familie gemeldet, die auch Jesus Christus in ihr Herz aufnehmen wollte: „Wir haben jetzt schon so viel von Jesus gehört, dass wir nicht mehr so weiterleben können, wie bisher. Wenn der Sohn Gottes sein Leben für uns gab, dann wollen wir jetzt zusammen für ihn leben!“

Das ist ein sehr ermutigender Anfang. Die Dorfältesten haben bisher noch nicht zugelassen, dass ein Gemeindehaus gebaut wird, aber sie haben drei Grundstücke freigegeben, um neue Hütten zu bauen. Einige im Evangelisten-Team, unter anderem auch der Leiter Jakob, werden dort jetzt mit ihren Familien wohnen und weiter Gemeinde bauen.

Rosi und Hans Schütze, Brasilien [Echo 01/2018, Februar - März]

Manchmal werden Rosi und ich gefragt, ob wir in unserem Missionsdienst einige wichtige Prinzipien oder Grundsätze haben, die wir umsetzen wollen. Haben wir, aber die gelten auch für jeden, der Jesus Christus nachfolgen will.

1. Jesus in mir und ich in Ihm
Die Tatsache, dass wir als Reben direkt mit dem Weinstock verbunden sein dürfen, ist eins der größten Geschenke, das es gibt. Dann brauche ich nichts zu produzieren, nichts zu manipulieren. Die enge Beziehung zu Jesus ermöglicht es ihm, sein Leben in mir zu leben. Das ist sehr befreiend und schenkt tiefe Freude.

2. Achte auf dein Herz
Wir können entscheidend dazu beitragen, dass Jesus in uns und durch uns leben kann. Das Herz – also die Zentrale für unsere Gedanken, Gefühle und unseren Willen – ist sehr empfänglich für die Impulse, die es bekommt. Jesus will uns dabei helfen, schlechte Einflüsse zu meiden und gute zuzulassen.

3. Zeit mit Jesus als Höhepunkt des Tages
Als Nachfolger Jesu brauchen wir seine übernatürliche Kraft, um in unserem Leben dauerhafte Frucht zu bringen. Diese Kraft bekommen wir, wenn wir mit Jesus im Gespräch bleiben. Er redet zu uns durch sein Wort und wir dürfen ihm im Gebet alles sagen, was uns bewegt.

Hans und Rosi Schütze, Brasilien [Echo, Oktober - November 2017]

4. Nur Jesus kann unseren Kelch zum Überfließen bringen. Nirgendwo anders ist eine so tiefe Freude und Erfüllung zu finden als in der engen Gemeinschaft mit Jesus. Vergebung der Schuld, eine lebendige Hoffnung, Teil am Leib Jesu zu sein: Wenn uns diese kostbaren Schätze ausfüllen, möchten wir das gerne und ungezwungen mit anderen teilen.

5. Gute Beziehungen mit anderen Menschen pflegen. Der Mensch wurde nicht für sich selbst geschaffen. Unser Leben findet im Dienst für andere seine Erfüllung. Unser Gegenüber sollte an unserem Leben sehen, dass Jesus in uns wohnt. Wie wir mit Ängsten umgehen, wie wir Schwierigkeiten vor Jesus ausbreiten und zuversichtlich weitergehen, hinterlässt oft einen tiefen Eindruck bei anderen.

6. Keine Unterschiede bei Menschen machen. Weil Jesus für jeden Menschen starb, sollten auch wir auf jeden Menschen positiv zugehen. Ob er arm ist oder reich, einsam oder gesellig, schwierig oder nett. Gerade die Ausgestoßenen der Gesellschaft reagieren oft sehr positiv auf ehrliches Anteilnehmen.

Hans und Rosi Schütze, Brasilien [Echo 06/2017, Dezember - Januar]