Berichte von Hans und Rosi Schütze

In der letzten Echo-Ausgabe haben wir bereits von Annas sehnlichem Wunsch nach einer Gemeinde berichtet. Sie ist die einzige Christin unter 2.300 Mitgliedern des T.-Stammes, die an der Grenze zwischen Brasilien und Kolumbien wohnen. Auch in einem Radius von Hunderten von Kilometern, in dem weitere 15 Indianerstämme wohnen, gibt es nur sehr wenige Nachfolger Jesu.

Doch in den letzten Monaten ist einiges geschehen: Ein Team von 10 gläubigen Indianern aus 6 verschiedenen Stämmen hat Annas Dorf inzwischen dreimal besucht! Unter der Leitung unseres Mitarbeiters Jakob haben sie die mühsame dreitägige Reise flussaufwärts auf sich genommen, um Evangelisationen durchzuführen. Dabei gingen sie von Hütte zu Hütte, um sich vorzustellen und um interessierte Dorfbewohner zu Abendveranstaltungen einzuladen.

Immer kam eine kleine Gruppe zusammen, die dann aufmerksam den persönlichen Erlebnissen der Teammitglieder zuhörten. Zentraler Punkt der Abendveranstaltungen war immer das Erklären von einfachen biblischen Wahrheiten und das Antworten auf Fragen aus der Gruppe.
Das Team hatte den Wunsch, soviel biblische Wahrheit wie möglich in die Herzen der Indianer zu säen. Es gab zunächst noch keine Aufrufe zur Entscheidung, weil das Denken der Indianer zu weit von den uns bekannten Begriffen wie Sünde, Erlösung, Vergebung und Heiligung entfernt ist. Erst, wenn die Indianer so viele Informationen bekommen haben, dass sie sich bewusst für Jesus Christus entscheiden können, wird dazu eingeladen.

Vielleicht ist einer der verheirateten Söhne Annas schon ganz nah an der Entscheidung dran: Am letzten Tag vor der Abreise des Teams rief er einigen Dorfbewohnern zu: „Kommt, Leute, das Grundstück neben dem Haus meiner Mutter ist noch frei. Lasst uns schon mal alle Büsche und alles Unkraut ausreißen. Vielleicht haben wir ja bald das Geld zusammen, um es zu kaufen und ein Gemeindehaus zu bauen!”

Hans und Rosi Schütze, Brasilien [Echo, Februar 2017]

Anna ist eine Indianerfrau in fortgeschrittenem Alter. Mit 2.300 anderen Indianern des T.- Stammes wohnt sie mitten im Amazonas-Urwald, ganz in der Nähe der Grenze zwischen Brasilien und Kolumbien. Das nächste Städtchen liegt eine Tagesreise mit dem Boot entfernt.
Im Jahr 2003, als sich Anna wegen einer Operation in jenem Städtchen aufhielt, hatte sie sich entschieden, ihr Leben Jesus Christus anzuvertrauen. Sie verstand Portugiesisch gut genug, um an einem Jüngerschaftskurs teilzunehmen und sich taufen zu lassen. 2004 kehrte sie in ihr Dorf zurück, als einzige Gläubige.

Wenn man sie fragt: „Sag mal, Anna, wie schaffst du es, so viele Jahre als einzige Christin in deinem Dorf auszuhalten – ohne Gemeinde, ohne Pastor und Geschwister im Glauben?”, dann antwortet sie in gebrochenem Portugiesisch: „Aber ich nicht allein. Mein Christus mich nicht im Stich lassen. Wenn ich entmutigt, kommt er und gibt mir wieder Mut.“

Anna ist nicht nur die einzige Christin in ihrem Dorf, sondern auch eine von den wenigen Nachfolgern Jesu mitten im Urwald in einem Radius von 300 Kilometern unter 15 Indianerstämmen, die in 116 Dörfern wohnen. Insgesamt gibt es dort 10.000 Indianer ohne eine Gemeinde!
Immer wieder bittet Anna darum, dass doch ein Missionar in ihre Gegend ziehen möge. Und so hat sich Anfang November einer unserer Mitarbeiter mit einem Team gläubiger Indianer aufgemacht, um Anna zu besuchen und evangelistische Einsätze zu machen. Nach Jahren des Gebetes und des Wartens scheint jetzt die Zeit reif zu sein. Wer betet mit, dass auch in Annas Dorf Menschen zum Glauben kommen?

Hans und Rosi Schütze, Brasilien [Echo, Dez. 2016]

Kayser und Susie waren in ihrem Heimatland Brasilien schon recht bekannt, als sie sich entschlossen, mit ihren drei Töchtern in die Mission zu gehen. Sie spürten den Ruf, über die nationalen Grenzen hinaus für Jesus tätig zu sein und zogen als Familie nach Südafrika.

Junge Leute für Jesus zu gewinnen, sie im Gebet anzuleiten und für Mission zu begeistern, war ihr Ruf.

Schon vor der Ausreise wusste Susie, dass sie Krebs hatte. Durch eine gezielte Behandlung konnte die Krankheit zunächst zurückgedrängt werden. Die Familie war dann knapp vier Jahre in Südafrika tätig. Gegen Ende ihrer Zeit auf dem Missionsfeld kam der Krebs zurück und befiel nach und nach einige Organe. Wieder in Brasilien ging die Behandlung aber auch ihr Dienst unter jungen Leuten weiter.

Rosi und Susie beteten gern zusammen. Es war erstaunlich, wie intensiv sich Susie trotz ihrer Krankheit für Jesus und seine Sache einsetzte. Der Krebs weitete sich aus. Chemotherapie, Haarausfall und eine große Schwäche folgten. In den letzten Monaten, die ihr noch blieben, sandte Susie täglich Kurzbotschaften an 35.000 Adressen über die sozialen Netzwerke. Oft ging es darin um ganze Hingabe und volles Vertrauen auf Jesus, selten um sie selbst. Als Rosi sich zum letzten Mal mit Susie traf, sagte ihr Susie: „Mir ist wohl in dem Herrn. Wenn nur sein Wille geschieht.“

Am 2. Januar rief der Herr sie heim. Ihre Beerdigung, bei der sich 20.000 Menschen in das Kondolenzbuch eintrugen, wurde zu einer Missionsveranstaltung mit einer aufrüttelnden Predigt und sogar einem Aufruf zur Entscheidung, dem viele folgten.

Hans und Rosi Schütze, Brasilien [Echo Oktober-November 2016]