Erlebnisse 2017

Vor 61 Jahren habe ich mich bekehrt, vor 60 Jahren meine erste Predigt gehalten und vor 58 Jahren haben wir das Missionswerk Bruderhand gegründet. Wie sind doch die Jahre vergangen! Es war eine harte, aber wunderbare Zeit. Inzwischen bin ich ein alter Mann von 81 Jahren, aber noch rüstiger, als manch einer mit 60. Dem Herrn sei Dank!

Oft gehen meine Gedanken zurück und ich danke dem Herrn für seine wunderbaren Führungen, für die vielen Evangelisationen, für die vielen Bekehrungen. Oft gehen meine Gedanken aber auch in die Zukunft. Manchmal kommen mir Sorgen, wenn ich an verschiedene christliche Werke denke, die einmal so gut angefangen haben und heute bedeutungslos geworden sind. Manche predigen sogar „ein anderes Evangelium“.
Wie wird es bei uns weitergehen? Wehe, wenn wir unsere Vision verlieren! Gebet, Evangelisation, Mission – das waren immer unsere größten Anliegen. Und so soll es immer bleiben!

Ich bin so froh, dass vor 16 Jahren Dietmar Langmann die Leitung des Missionswerkes übernommen hat. Er hat die Vision übernommen, sie ausgelebt und Vieles besser gemacht als ich. Der Herr hat uns auch immer wieder die richtigen Mitarbeiter geschenkt. Ich bin so dankbar dafür. Und ganz besonders dankbar bin ich auch für die vielen Missionsfreunde, die mit ihren Gebeten und Gaben unsere Arbeit erst möglich gemacht haben.

Ich arbeite immer noch etwas als Evangelist im Missionswerk mit. Dietmar Langmann ist weiterhin als Evangelist und 1. Vorsitzender im Werk eingebunden. Doch die Hauptverantwortung liegt jetzt auf den Schultern unseres neuen Missionsleiters Friedhelm Appel. Er ist ein Beter, hat ein brennendes Herz für Jesus und in verschiedenen christlichen Werken bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt. Wir stehen hinter ihm und vertrauen dem Herrn für den weiteren Weg. Herzlichen Dank auch für Eure Gebete!

Wilhelm Pahls [Echo, Juni 2017]

Es ist schon sehr lange her. Unsere Kinder waren noch klein, als mir diese zu Herzen gehende Geschichte in die Hände fiel:
Ein Vater war eifrig mit der Autowäsche beschäftigt. Mit ganzer Hingabe wurden zum Schluss Lack und Chrom poliert, hier eine Schraube angezogen, dort etwas geölt. Aufmerksam beobachtete der kleine Sohn den Vater bei der Arbeit.

„Nicht wahr, Vater“, sagte er schließlich altklug, „du musst dich arg anstrengen mit deinem Auto. So ein Auto braucht viel Zeit!“ „Ja, mein Junge“, antwortete der Vater, der gar nicht mehr an das Kind gedacht hatte. „Weißt du, so ein Auto kostet viel Geld. Darum muss man es gut pflegen, sonst machen Schmutz und Rost es kaputt. Ein Auto ist eben eine wertvolle Kapitalanlage und da darf man keine Zeit und Mühe scheuen.“ Nach dieser Erklärung wandte sich der Vater wieder seiner Arbeit zu.

Eine Zeitlang herrschte Schweigen. Aber dann begann der Junge zu weinen. Erschrocken fragte ihn der Vater: „Warum weinst du denn? Tut dir etwas weh? Oder hast du etwas am Auto kaputt gemacht?“  Der Junge schüttelte den Kopf. Schließlich sagte er mit tränenerstickter Stimme: „Gell, Papa, ich bin keine wertvolle Kapitalanlage?“ – „Aber warum denn nicht?“ – „Weil du nie Zeit für mich hast.“

Die Geschichte spricht für sich. Mir hat sie sehr geholfen, auch im Blick auf das Bibellesen und auf das Gebet. Wieviel Zeit nehme ich mir dafür?

Wilhelm Pahls [Echo, April 2017]

Herrliche Überraschungen erlebte ich bereits in einem Ort vor Kapstadt, dann in Kapstadt und dann bei zwei Hausbesuchen: Mehrere Male wurde ich freudig begrüßt mit Sätzen wie: „O, ich erinnere mich gut an damals, als sich so viele bekehrten.“ Obwohl die denkwürdigen Evangelisationen in den 80er Jahren so weit zurückliegen, durfte ich tatsächlich mehrere der damals Bekehrten wiedersehen. Andere sind weggezogen oder schon verstorben. Manche haben den Anschluss leider nicht geschafft.

Jesus sagte:

„Komm und folge mir nach!“ – Markus 10,21.

Komm! – das ist ein einmaliger Schritt zu Jesus, die Bekehrung, die größte Entscheidung im Leben.

Folge mir nach! – das sind viele Schritte, jeden Tag neu, ein Leben lang.

Der Apostel Paulus schreibt an die Kolosser in Kapitel 2, Vers 6: „Wie ihr nun Christus Jesus als Herrn angenommen habt (einmalig!), so wandelt auch in ihm (jeden Tag!).“

Für einen Evangelisten ist es immer eine ganz große Freude, wenn sich ein Mensch zu Jesus bekehrt.

Aber es ist eine ebenso große Freude, wenn er den Neubekehrten nach Jahren trifft und dann sehen darf, dass es wirklich echt war und dass es auch zu einer echten Nachfolge gekommen ist. Pastor Kemner sagte: „Das Ziel ist alles; darum geht es!“

Die Stadtmission in Kapstadt ist kleiner geworden. Das hat mich richtig traurig gemacht. Die Arbeitslosigkeit (40%), der Mangel an Lehrstellen und Studienmöglichkeiten, die Korruption und das ausufernde Verbrechen ziehen die Menschen in die Ferne. Kapstadt steht an der Weltspitze in Sachen Gewaltverbrechen, Vergewaltigungen usw. Umso erfreulicher ist es aber, dass es geistliches Wachstum gibt, z.B. in der Tochtergemeinde der Stadtmission.

Ich freue mich sehr darüber, dass auch dieses Mal einige zur Heilsgewissheit finden durften. Dafür danke ich dem Herrn, aber auch den Betern, die bei all unseren Diensten im Hintergrund mitwirken.

Schaut euch doch wieder unsere „Termine und Gebetsanliegen“ in diesem Echo an. Herzlichen Dank! Gott segne euch!

Wilhelm Pahls [Echo, Febr. 2017]