Berichte aus der Arbeit von Wilhelm Pahls

2010 war ich das erste Mal in Bolivien. Damals predigte ich in einer halbfertigen Sporthalle. Als Erweiterung diente uns ein Zelt. Und zusätzlich versammelte sich in gewissem Abstand eine Zuhörergruppe mit ihrem Übersetzer. Einige 100 Menschen kamen damals zur Bekehrung. Gott schenkte einen großen geistlichen Aufbruch. Inzwischen hat die Gemeinde ein großes zweites Gemeindezentrum gebaut. In dem durfte ich diesmal evangelisieren.

Wilhelm Pahls [Echo, Oktober - November 2017]

So einen Winter hatten wir noch nie erlebt! Sonne, blauer Himmel, 32 Grad abends um halb sieben. Wir waren in Chihuahua in der Nähe von Santa Cruz. Wilhelm war erneut von der Gemeinde „Eben Ezer“ eingeladen worden, um dort Ende Juli im bolivianischen Winter zu evangelisieren. Ich war als sein Evangelistenbegleiter mit dabei. Christian hatte Michael als Begleiter mitgenommen. Sie zogen nach einer Woche weiter zu einer Evangelisation in die Gemeinde „Neues Leben“ in Hohenau.

Wir kamen am Freitag an. Am nächsten Morgen starteten wir schon um 6:00 Uhr mit einer Männergebetsstunde. Danach gab es ein gemeinsames Frühstück und anschließend eine wichtige Motivationsversammlung für die Gemeinde.

Wir vier trafen uns auch sonst mehrmals am Tag zum Gebet. Jeden Tag gab es eine Abendveranstaltung und Wilhelm war der Hauptredner. Am Sonntag hatten wir zwei evangelistische Versammlungen.

Wir drei jungen Mitarbeiter konnten jeden Morgen in verschiedenen Schulklassen Andachten übernehmen, die sehr gut bei den Schülern und Lehrern ankamen. Ich selbst hatte in meinem Bibelunterricht die jüngsten Schüler. Es hat mich gerührt zu sehen, wie begeistert die Schüler und Lehrer dem roten Faden von Gottes Heilswirken – von der Schöpfung der Welt an bis zum ersten Kommen Christi – gefolgt sind.

Hätte ich „Ja“ gesagt, wäre der Jubel noch lauter geworden. Die sieben bis elf Jahre alten Kinder wollten mich überzeugen, dass ich nach Deutschland fliegen, dort meine Frau Sofia und unsere vier Töchter holen und dann wieder zu ihnen zurück nach Bolivien kommen sollte. Ihr Plan: Ich sollte einer ihrer Lehrer an der Schule in Chihuahua werden.

An den Abenden bekehrten sich viele junge Leute zwischen 7 und 17. Auch Erwachsene kamen zum rettenden Glauben an Jesus. Dafür danken und loben wir unseren Herrn.

Herausfordernd war es, zu erfahren, wie die Unbekehrten in der Gegend jene behandeln, die sich zu Jesus bekehren. Ihr eigenes Leben ist eigentlich von einer großen Hoffnungslosigkeit gezeichnet, die sich oftmals in Alkoholismus ausdrückt. Jesus als ihren Retter kennen sie normalerweise nicht, obwohl sie als christlich gelten. Wer sich bekehrt, wird aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in ihren Siedlungen sofort ausgeschlossen. Eine solch geistliche Finsternis haben wir selten erlebt. Sie machte uns oftmals sprachlos.

Matthäus 4,16 trifft die Situation auf den Kopf, wo Jesus aus dem Buch Jesaja zitiert: „Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.“

Wir erlebten die Finsternis der Unbekehrten, ihre Hoffnungslosigkeit wie auch ihre Heuchelei. Aber das Licht in und durch Jesus haben wir auch erlebt – die Freude im Leben derjenigen, die sich zu Jesus bekehrt haben.

Es waren Tage des geistlichen Kampfes, die wir durch die Gnade Jesu und euer Mittragen im Gebet zur Ehre Gottes gut vollendet haben. Ein großes Dankeschön geht an alle, die für diesen Einsatz gebetet haben!

Amadeus Vadonis [Echo, Oktober - November 2017]