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Autobiografie von Wilhelm Pahls, Teil 2

»Lebt er noch? – Schlagt ihn tot!« - So heißt der erste Teil meiner Autobiografie, die im Herbst 2006 im Brunnen Verlag erschien.

Ja, er lebt noch! Wie lange noch, das liegt natürlich in Gottes Hand. Jedenfalls konnte ich – nach vielen Nachfragen und Ermutigungen aus dem Leserkreis – jetzt auch den zweiten Teil meiner Autobiografie fertigstellen.

Das erste Buch beschäftigt sich mit den ersten dreißig Jahren meines Lebens (1936 bis 1965): mit der atemberaubenden Geschichte meiner Kindheit und Jugend, mit dem Leben auf dem Bauernhof, mit meiner Schulzeit, mit den Kriegsjahren, mit meiner Ausbildung und den wilden Jahren in meiner Musik-, Tanz-, Motorrad- und Schulden-Ära, aber auch mit der totalen Lebenswende und den abenteuerlichen Erlebnissen in einem hochinteressanten christlichen Dienst.

Es wäre natürlich ein ganz großer Vorteil für alle, die jetzt diese Fortsetzung lesen wollen, wenn sie vorher den ersten Teil gelesen hätten.

Nun liegt also auch der 2. Teil vor: »Mit Volldampf durch die Kontinente.«
In diesem Buch, geht es hauptsächlich um die tiefgreifenden Erlebnisse der Jahre 1966 bis 1995. Dabei schließt sich dieser Teil allerdings nicht nahtlos an. Es ging mir von Anfang an nicht so sehr darum, eine chronologische Folge der Ereignisse aufzuschreiben. An manchen Stellen greife ich zurück und erzähle von Erfahrungen, die entscheidend wichtig waren für meinen späteren Lebensweg.
Mein Hauptanliegen mit dem Schreiben meiner Biografie ist nicht, aller Welt so viel wie möglich von meiner Person mitzuteilen. Was mir bei dem Erzählen meiner Geschichte wirklich wichtig ist, ist etwas anderes: Ich will deutlich werden lassen, dass Gott es ist, der Geschichte schreibt.
Wenn in diesem Buch von großen Abenteuern und wunderbaren Begebenheiten die Rede ist, dann ist mir bewusst, dass alles Großartige, das in meinem Leben geschehen ist, nicht mein Verdienst ist, sondern es ist das Wirken Gottes. Wir können auch im allergünstigsten Fall immer nur Mitarbeiter sein. Manchmal sind wir sogar nur Zuschauer.
Eine meiner größten Entdeckungen und Erkenntnisse möchte ich folgendermaßen beschreiben: Es ist einfach nicht wahr, was einige uns ständig vorgaukeln wollen. Sie sagen fälschlicherweise:
Wer mehr weiß,
wer mehr kann
oder wer mehr verdient,
der hat mehr vom Leben.
Wer das meint, ist einem großen Irrtum erlegen, vielleicht auch einem schlimmen Selbstbetrug. Die Wahrheit sieht nämlich ganz anders aus. In Wirklichkeit ist es so:
  • Nicht der Mensch, der mehr weiß, sondern der Mensch, der von dem, was er weiß, möglichst viel umsetzt, hat mehr vom Leben!
  • Nicht der Mensch, der mehr kann, sondern der Mensch, der möglichst viel von dem, was er kann, anwendet, hat mehr vom Leben!
  • Nicht der Mensch, der mehr hat, sondern der Mensch, der möglichst viel von dem, was er hat, weitergibt, hat mehr vom Leben!
Umsetzen, anwenden, weitergeben – das sind die Schritte zu einem reichen, zufriedenen, glücklichen Leben.
Erschütternd war für mich eine unvergessliche Begegnung auf einer Süd-Amerikareise. Das traurige Beispiel möchte ich gern erzählen:
Vor mir saß ein 36-jähriger Mann. Er weinte. Er war untröstlich. Meine Predigt über ein wirklich lohnendes Leben hatte ihn derart erschüttert, dass ihm seine ganze Lebensreise wie eine leere Seifenblase vorkam.
Vier Jahre hatte er die Grundschule besucht. Dann kamen acht Jahre auf dem Gymnasium und anschließend achtzehn Jahre Studium in allen möglichen Bereichen. Er beherrschte sieben Fremdsprachen. Er hatte verschiedene Länder kennengelernt und eine Reihe Studiengänge erfolgreich abgeschlossen.
Das alles konnte er schaffen und sich auch leisten, weil er sehr intelligent war und weil seine verstorbenen Eltern ihm ein großes Vermögen hinterlassen hatten.
Nun saß er da, völlig niedergeschlagen, ja total verzweifelt, und stammelte: »Ich glaube, ich bin der Ärmste in der ganzen Stadt. Ich habe praktisch umsonst gelebt. Und das Traurigste: Ich bin sogar Christ, aber ich habe eigentlich nie richtig mitgearbeitet, ich habe nie etwas Besonderes für Gott und für andere getan. Wozu habe ich eigentlich bis jetzt gelebt?«
Ein altes Sprichwort sagt:
Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu anderer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück.

Oh, wie wahr ist dieser weise Spruch. Das gilt für alle Lebensbereiche – auch in der Ehe und in der Familie, das gilt in der Schule, das gilt besonders in der Kirchengemeinde, aber auch in der Wirtschaft und sogar in der Politik.

Auch bei diesem zweiten Buch werden sich sicherlich manche fragen, wie ich nur auf einen so reißerischen Titel kommen konnte. Das will ich erklären. Kein Buchtitel könnte besser ausdrücken, mit welchem Tempo sich mein Lebensalltag ereignete. Mit Volldampf. Mit Höchstleistung. Das war mir damals aber gar nicht so bewusst. Mir war auch nie unwohl dabei. Ich fühlte mich nicht überfordert, nicht gestresst, nicht ausgenutzt. Ich hatte schließlich über zwanzig Jahre in der Sünde gelebt und so unendlich viel nachzuholen. Das wollte ich tun, und zwar mit ganzem Herzen.
In den ersten Dienstjahren war ich eigentlich noch ziemlich »sesshaft« und evangelisierte hauptsächlich in der Schweiz, dann mehr und mehr auch in Deutschland, Frankreich und Österreich. Doch bald brachen die Dämme, und es ging mir fast wie John Wesley, der sagte: »Mein Kirchspiel ist die ganze Welt.«
Das Geheimnis des Glücks liegt in der Hingabe!
Genau dazu will dieses Buch uns einladen. Es soll nicht nur eine Biografie sein, sondern ein Appell an unsere Gefühle und an unseren Verstand. Es soll unser Gewissen wachrütteln und uns herausfordern zu einem hingegebenen, wirklich lohnenden Leben.
Mein Ziel mit diesem Buch ist nicht nur, eine wahre und spannende Geschichte zu schreiben, sondern viele Leser zu einer echten Gewissensprüfung zu bewegen und sie einzuladen zu einer Totalhingabe an den, der aus Liebe zu uns das Letzte für uns eingesetzt hat.
 
Wilhelm Pahls
Wienhausen, im Sommer 2007