Berichte aus der Arbeit von Amadeus Vadonis

Mit zwei Gruppen von minderjährigen Flüchtlingen durfte ich Workshops durchführen. Die eine Gruppe war eine Willkommensklasse, die andere bestand hauptsächlich aus afghanischen Jugendlichen. Da es kurz vor Weihnachten war, machte ich Weihnachten zu unserem Thema.

Ich wusste, dass manche Redner schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Sie wollten über Jesus erzählen und wurden dafür niedergemacht. Jesus sei doch nur ein Prophet gewesen!

Ich nahm kein Blatt vor den Mund. Jesus ist der Sohn Gottes. Die Bibel bezeugt es. Ich führte die Jugendlichen Schritt für Schritt mit durch die Weihnachtsgeschichte. Ich ging auch auf die unter Muslimen bekannte Meinung ein, dass Gott mit Maria Verkehr gehabt haben soll, damit Jesus geboren werden konnte. Nein, so war es nicht. Die gesamte Weihnachtsgeschichte ist ein Wunder von Anfang bis zum Ende. Die Geschichte von Jesus ist die Geschichte Gottes, wie er uns Menschen auf eine übernatürliche Weise Rettung von unseren Sünden anbietet.

Alles, was ich sagte, unterlegte ich mit Texten aus der Heiligen Schrift. Ich wollte, dass die Jugendlichen erkennen, dass mein Glaube auf die Aussagen der Bibel aufbaut. Sie mögen vielleicht über mich spotten, aber ich glaube, dass Jesus gekommen und für uns gestorben und dann auferstanden ist, weil Gottes Wort es so sagt. Ich beendete die Workshops immer mit dem Hinweis auf das Kreuz. Ohne das Kreuz gäbe es die Krippe nicht. Ohne Ostern ergibt die Geburt von Jesus überhaupt keinen Sinn.

Die Reaktionen waren überwältigend. Die Jugendlichen und ihre Betreuer hörten mir sehr aufmerksam zu. Eine deutsche Betreuerin bedankte sich sehr herzlich und meinte, dass sie noch nie eine so klare Präsentation der Weihnachtsgeschichte gehört hätte. Ein 17-jähriger Afghane sagte nachher zu mir, dass er schon gewusst hatte, dass es um eine Geburt geht. Jetzt wisse er aber, dass es um die Geburt Jesu geht. Er wisse nun auch, weshalb Jesus gekommen sei.

Amadeus Vadonis [Echo 01/2018, Februar - März]

„Lieber Amadeus, vielen Dank für Deinen Besuch und Deinen Predigtdienst. Du hast es ja sicher selber bemerkt: Deine Predigt ist gut angekommen. Dein Thema‚ dass wir mutig nach vorne schauen sollen, kam für etliche der jungen Leute zur rechten Zeit und hat ihnen Mut gemacht für das, was vor ihnen liegt.“

Dieses Feedback hat mich sehr gefreut. Ich predigte in Eisenhüttenstadt über die Botschaft der Engel an die Jünger bei der Himmelfahrt Jesu. Jesus war nicht mehr leibhaftig unter ihnen. Alles sollte nun anders werden. Doch der Vergangenheit nachtrauern hilft nicht weiter. Stellt euch dem, was vor euch liegt, weil ihr den Verheißungen Gottes vertraut. Habt Mut, denn Jesus wird wiederkommen, wie er es gesagt hat.

Amadeus Vadonis [Echo 06/2017, Dezember - Januar]

So einen Winter hatten wir noch nie erlebt! Sonne, blauer Himmel, 32 Grad abends um halb sieben. Wir waren in Chihuahua in der Nähe von Santa Cruz. Wilhelm war erneut von der Gemeinde „Eben Ezer“ eingeladen worden, um dort Ende Juli im bolivianischen Winter zu evangelisieren. Ich war als sein Evangelistenbegleiter mit dabei. Christian hatte Michael als Begleiter mitgenommen. Sie zogen nach einer Woche weiter zu einer Evangelisation in die Gemeinde „Neues Leben“ in Hohenau.

Wir kamen am Freitag an. Am nächsten Morgen starteten wir schon um 6:00 Uhr mit einer Männergebetsstunde. Danach gab es ein gemeinsames Frühstück und anschließend eine wichtige Motivationsversammlung für die Gemeinde.

Wir vier trafen uns auch sonst mehrmals am Tag zum Gebet. Jeden Tag gab es eine Abendveranstaltung und Wilhelm war der Hauptredner. Am Sonntag hatten wir zwei evangelistische Versammlungen.

Wir drei jungen Mitarbeiter konnten jeden Morgen in verschiedenen Schulklassen Andachten übernehmen, die sehr gut bei den Schülern und Lehrern ankamen. Ich selbst hatte in meinem Bibelunterricht die jüngsten Schüler. Es hat mich gerührt zu sehen, wie begeistert die Schüler und Lehrer dem roten Faden von Gottes Heilswirken – von der Schöpfung der Welt an bis zum ersten Kommen Christi – gefolgt sind.

Hätte ich „Ja“ gesagt, wäre der Jubel noch lauter geworden. Die sieben bis elf Jahre alten Kinder wollten mich überzeugen, dass ich nach Deutschland fliegen, dort meine Frau Sofia und unsere vier Töchter holen und dann wieder zu ihnen zurück nach Bolivien kommen sollte. Ihr Plan: Ich sollte einer ihrer Lehrer an der Schule in Chihuahua werden.

An den Abenden bekehrten sich viele junge Leute zwischen 7 und 17. Auch Erwachsene kamen zum rettenden Glauben an Jesus. Dafür danken und loben wir unseren Herrn.

Herausfordernd war es, zu erfahren, wie die Unbekehrten in der Gegend jene behandeln, die sich zu Jesus bekehren. Ihr eigenes Leben ist eigentlich von einer großen Hoffnungslosigkeit gezeichnet, die sich oftmals in Alkoholismus ausdrückt. Jesus als ihren Retter kennen sie normalerweise nicht, obwohl sie als christlich gelten. Wer sich bekehrt, wird aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in ihren Siedlungen sofort ausgeschlossen. Eine solch geistliche Finsternis haben wir selten erlebt. Sie machte uns oftmals sprachlos.

Matthäus 4,16 trifft die Situation auf den Kopf, wo Jesus aus dem Buch Jesaja zitiert: „Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.“

Wir erlebten die Finsternis der Unbekehrten, ihre Hoffnungslosigkeit wie auch ihre Heuchelei. Aber das Licht in und durch Jesus haben wir auch erlebt – die Freude im Leben derjenigen, die sich zu Jesus bekehrt haben.

Es waren Tage des geistlichen Kampfes, die wir durch die Gnade Jesu und euer Mittragen im Gebet zur Ehre Gottes gut vollendet haben. Ein großes Dankeschön geht an alle, die für diesen Einsatz gebetet haben!

Amadeus Vadonis [Echo, Oktober - November 2017]