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Leitartikel von Siegfried Korzonnek

Es soll nicht aufhören Saat und Ernte – 1. Mose 8,22

Das Prinzip von Saat und Ernte ist ein wichtiges biblisches Prinzip. Ohne Saat gibt es keine Ernte! Wenn ich im Frühjahr nicht gesät habe, dann kann ich im Herbst beten und jammern, wie ich will: Es wird nicht geerntet!

Gleich die ersten Worte der Heiligen Schrift zeigen uns das Prinzip – die Notwendigkeit – von Saat und Ernte. Von Gott selbst können wir es lernen: Als noch nichts dastand, trat Gott in Aktion: Er sprach: „Es werde!“ (das war Gottes Saat) – und es wurde! (das war dann Gottes Ernte).

Das Prinzip von Saat und Ernte hat Gott an Sein höchstes Geschöpf, das Geschöpf, „das Ihm gleich sei“, weitergegeben.

Obwohl Gott allmächtig und souverän ist, obwohl ER alles allein in die Hand nehmen könnte, war und ist es Sein Wille, dass WIR, Seine Statthalter auf Erden, sehr viel dazu beitragen können, damit das geschieht, was Gott will.

Wie im Himmel, so auf Erden …

Weil nun auch auf Erden Sein Reich ausgebreitet werden soll – wie es im Himmel bereits geschieht –, darum hat Gott die Verantwortung für die Ausbreitung Seines Reiches auf Erden nun uns, den „Königen der Erde“, in die Hand gelegt. Damit ist Gott ein großes Risiko eingegangen. Aber es war und ist bis heute so Wunsch und Wille Gottes.

Welche Macht und gleichzeitig überaus große Verantwortung hat Gott einem jeden von uns damit in die Wiege gelegt! Und Seine Gaben und Berufungen gereuen Ihn nicht. Das Mandat, das Gott uns einst gab, hat er zu keiner Zeit aus unseren Händen genommen. Auch die Entscheidungsfreiheit und die Möglichkeit des Menschen, auf Gottes klaren Ruf einzugehen – oder auch nicht einzugehen –, hat Gott uns gegeben. Welche verheerenden Auswirkungen hatte es in der Geschichte der Menschheit immer dann gegeben, wenn Sein Eigentumsvolk das missachtet hat!

Ein längst verstorbener Evangelist und Freund von mir wurde von einem Pastorenehepaar zum Mittagessen eingeladen. Während des Essens fragte der Evangelist die Frau des Pastors: „Bist du gerettet?“ „Nein“, sagte die Frau des Pastors. „Warum nicht?“, fragte mein Freund zurück. „Weil Gott mich noch nicht gerufen hat. Ich darf Ihm doch nicht vorgreifen!“ – „Aber Gottes Ruf an Dich ist in Seinem Wort längst niedergeschrieben. Du kannst Jesus jetzt hier an diesem Tisch, in diesem Augenblick annehmen und sofort gerettet werden“, erwiderte der Evangelist. Da tat die Frau augenblicklich Buße über ihren bisherigen Unglauben, wartete nicht mehr länger und nahm den Heiland noch am Mittagstisch an. Sie wurde augenblicklich gerettet und ging seither fröhlich ihren Weg.

Warten wir nicht auf einen Ruf, den Gott uns in seinem Wort längst gegeben hat! Der Teufel hat ein großes Interesse daran, vieles auf die lange Bank zu schieben. Und vor allem unsere Errettung! Es ist dem Teufel gelungen, ganze Generationen in die Hölle mitzunehmen, weil er uns weisgemacht hat, wir dürften Gott nicht ins Handwerk fuschen!

Evangelisten haben immer wieder bewiesen, dass der Glaube aus der herausfordernden Predigt kommt – aus der Predigt, die die Hörer zwischen Himmel und Hölle entscheiden lässt. Sie waren zu allen Zeiten der Beweis dafür, dass der Heilige Geist in besonderer Weise dann an den Herzen der Hörer wirksam wird und die Hörer von Sünde und Unglauben überführt, wenn die Predigt eine Scheidung bewirkt und zur Entscheidung ruft.

Der Ruf zur Entscheidung ist gottgewollt und notwendig

Nach einer Predigt, die ich vor einiger Zeit an einem Sonntagmorgen hielt, merkte ich, dass besonders die jungen Leute durch Gottes Wirken überführt wurden. Und doch kam niemand nach Beendigung meiner Ausführungen in der Predigt von selbst nach vorne, um sich an diesem Morgen zu bekehren. Was war los? Nun, ich hatte die gute Saat ausgestreut, aber jetzt musste ich mich ans Ernten machen. Erst als ich nach Gottes wunderbarem Wirken an diesem Morgen die jungen Leute aufforderte, öffentlich vor allen anderen Gästen nach vorne zu kommen und dadurch zu bekunden, dass sie ihren bisherigen Kurs ändern und JESUS als ihren Herrn in ihr Leben aufnehmen wollten – dass sie sich also bekehren möchten –, da geschah das zweite wichtige Wunder an diesem Morgen. Es kam Bewegung in den Gottesdienstraum: Sieben Personen verließen ihren Platz und kamen nach vorne.

Was wäre geschehen, wenn ich meine Zuhörer nach meiner „schönen Predigt“ nach Hause geschickt hätte, ohne sie an diesem Morgen aufzufordern, sich „heute“, da sie Gottes Stimme vernommen hatten, öffentlich zu bekehren? Der sehr sensible Geist Gottes hätte sich schnell wieder zurückgezogen, die Sieben wären nach ein paar Tagen nicht mehr bekümmert über ihren Zustand, den der Heilige Geist ihnen durch die Predigt vor Augen gemalt hatte, und sie hätten auf dem Weg zur Hölle so weitergelebt wie bisher.

Aber wie glücklich waren die jungen Leute, als sie – zum Teil unter Tränen – nach der Predigt dann im Seelsorgeraum ihr rebellisches Leben JESUS abgaben und Ihn in ihr Leben aufnahmen!

Dies ist eine angefochtene Lehre

Als die Sieben fröhlichen Herzens den Seelsorgeraum bereits verlassen hatten, kam ein Mann mittleren Alters zu mir und machte mir Vorwürfe, weshalb ich an diesem Morgen Gott in Sein Geschäft gefunkt hätte. Bekehrung sei doch die Sache Gottes und nicht die Sache des Evangelisten, meinte er mich belehren zu müssen. Ich hatte aber sehr schnell die beiden Hörner an seiner Stirn vernommen und wich von meiner Erkenntnis nicht für einen einzigen Augenblick zurück. Und ich werde es auch weiterhin nicht tun!

Die Ernte ist reif, aber wenige sind der Arbeiter

Könnte es sein, dass Gott untröstlich ist, weil er sieht, wie Seine kostbare Ernte, die durch Seine Kinder eingebracht werden soll, allzu oft aus falschem Verständnis nicht eingeholt wird? Weil wir meinen, das alles sei „Gottes Sache“, obwohl diese Sache „unsere Sache“ ist!

Das ist eine nicht wiedergutzumachende Tragödie. Das ist Sünde der allerschlimmsten Sorte! Das ist schlimmer als moralisches Versagen! Denn alles kann vergeben werden, wenn wir es JESUS bekennen. Aber reife Früchte, die nicht gepflückt werden, gehen dem Verderben – dem ewigen Verderben – entgegen.

Einige schütteln den Kopf über uns, weil sie gehört hatten, dass wir durch Schriften und Predigten unserem Land in dieser Zeit noch einmal eine Chance geben möchten, umzukehren. Sollen sie doch schweigen, die uns abhalten wollen, die Gute Saat auszustreuen, damit sich rette, wer sich retten lassen will!

Siegfried Korzonnek
Missionsleiter [Echo Dezember 2020 – Januar 2021]