»Rufe mich an, so will ich dich erhören und dir große und unfassbare Dinge kundtun, von denen du bisher nichts gewusst hast.« - Jeremia 33,3

Im Blick auf das Gebet ist das sicher eine der großartigsten Aussagen in der Bibel. Ich habe den Vers in meiner Bibel schon vor vielen Jahren mit Leuchtfarbe markiert, außerdem sehr auffallend eingerahmt und zusätzlich am Bibelrand mit zwei großen Ausrufezeichen versehen.

Wie heißt es doch so schön? »Wenn wir beten arbeitet Gott!« Fast alle Christen glauben daran! Viele Prediger predigen darüber! Doch nur sehr wenige tun es!

Warum ist das nur so? Aus meinem jahrzehntelangen Dienst und aus ungezählten Seelsorgegesprächen weiß ich, dass die meisten Christen überhaupt kein wirkliches Gebetsleben führen. Ihre »Stille Zeit« ist tatsächlich sehr still geworden.

Ich hab mal gelesen, dass wir pro Tag zwischen 4.000 und 8.000 Worte gebrauchen. Manche Experten sprechen sogar von viel höheren Zahlen. Frauen sollen ungefähr doppelt so viele Worte gebrauchen, wie Männer. Nur schade, dass wir im »Gespräch« mit Jesus oft so wortkarg sind.

»Morgenstund hat Gold im Mund.« – sagt der Volksmund. Das gilt sicher ganz besonders für unsere »Stille Zeit«. Von Jesus lesen wir in Markus 1,35: »Und am Morgen, bevor es hell wurde, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an einen einsamen Ort, um dort zu beten.« Wenn er das nötig hatte, wie viel mehr wir!

Es ist schon eigenartig: Man hat für alles Zeit: zum Schlafen, zum Essen, zum Lesen der Zeitung und anderer Literatur, zum Besuch von Freunden. Wir haben Zeit für alles unter der Sonne, aber so wenig Zeit fürs Gebet, das doch das Wichtigste von allem ist.

In meinen Evangelisationen mache ich sehr oft eine ganz interessante Beobachtung:

So wie es vor meiner Predigt im Gebetsraum aussieht,
so sieht es meist auch nach meiner Predigt im Seelsorgeraum aus.

Ja, hier gibt es ganz gravierende Zusammenhänge. Das gilt aber auch für das normale Gemeindeleben. Darf ich den Satz, der mich selbst einmal so getroffen hat und den ich in manch einer Gemeinde zitiert habe, hier noch einmal wiederholen?

»Der Teufel lacht über unsere Arbeit, er spottet über unser Wissen, aber er zittert, wenn wir mit reinen Lippen beten!«

Das will ich nie vergessen!

Die drei Markenzeichen des Missionswerkes DIE BRUDERHAND heißen: »Gebet – Evangelisation – Mission«.

An allen drei Fronten sind wir ständig gefährdet. An allen drei Fronten brauchen wir mehr denn je treue Freunde, großzügige Unterstützer, aber vor allem hingegebene Glaubensgeschwister, die mit ihren Gebeten hinter uns stehen.

Ich grüße Euch – auch im Namen aller Mitarbeiter hier im Werk – und danke Euch ganz herzlich, besonders für alle Eure Gebete!

Euer Wilhelm Pahls
(ECHO  Okt.-Nov. 2009)